Portrai Anna Kruse

ANNA KRUSE

AURICH – Team Zugang 2009

INFO:
Anna habe das erste Mal in der Skatehalle Aurich gesehen und anschließend auf den „Eastfrisian Skate Cups“. Damals war sie noch ein kleines, schüchternes Mädchen, das auf dem Skateboard allerdings genau das Gegenteil war. Obwohl sie auf dem Skateboard nur wenige Tricks konnte und zudem das einzige skateboardfahrende Mädchen auf dem Contest war, hatte sie keine Angst, den Contest mit den ganzen Jungs mitzufahren. Das fand ich damals auf jeden Fall krass.

Dadurch, dass sie immer öfters bei den Contest dabei war und immer eine positive Ausstrahlung mitgebrachte, hat sie schnell Zugang zu den anderen Skatern bekommen und unter anderm auch Keno, der ja ebenfalls in Aurich wohnte. Somit war sie irgendwann mit Keno und den anderen Jungs bei den Hamburg Trips mit dabei. Dabei habe ich sie dann auch persönlich kennengelernt. In Hamburg hat sie dann auch angefangen, die Streetspots zu skaten. Wenn Keno und seine Crew eine Session bei einem Gap oder einer 10er Stufe geskatet sind, war sie sich nicht zu schade, ebenfalls mit zu skaten und hat sich dann hart die Stufen und die Gaps gemosht. Zwar „nur“ mit einen Ollie, aber die Slams waren nicht ohne. Da hat sie eine Menge eingesteckt. Vielleicht noch mehr als irgendein anderer Skater einstecken würde. Das war dann auch lange Zeit ihr Programm, an dem sie selber auch Gefallen hatte. Sie hatte einfach keine Angst.

Wie das Skaten hat sie ebenso auch alles andere drum herum, was mit Skaten zu tun hatte, aufgesogen und war überall mit dabei. Auf Contests, Messen, Touren, Skaterparties etc. Sie hat den Skater- Lifestyle regelrecht gelebt. Es hat nicht lange gedauert und jeder hatte Anna Kruse in der Skateszene auf dem Schirm. Ihr Skaten in Verbindung mit ihrer netten und lieben Ausstrahlung hat alle in den Bann gezogen, womit sie sich sogar europaweit einen Namen gemacht hat.
Da Anna zum Großteil mit dem Morphium Umfeld zu tun hatte und sie über mich regelmäßig Boards gekauft hat und geskatet ist, war für mich klar, Anna ins offizielle Team zu holen.

Irgendwann war es soweit und sie zerstörte sich ihr Knie mit einem Kreuzbandriss. Das hat Anna eine lange Zeit aus der Bahn geworfen und an skaten war erst mal nicht zu denken. Als sie dann wieder auf dem Board stehen konnte, hat sie sich ab dem Punkt mehr auf Transition fokussiert und Drop-Ins von hohen Walls waren ihre neue Leidenschaft. Sogar damit konnte sie beeindrucken, vor allem mit dem legendären Drop in Dresden auf dem „Black Sheep“ Contest.

Als Anna vor 4 Jahren in Hildesheim ihr Studium begann, wurde es mit dem Skaten immer weniger, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung angeht. Nach einigen Versuchen, sie noch zu motivieren, habe ich ihr vorschlagen zu überlegen, ob das Sponsoring für sie überhaupt noch einen Sinn ergibt. Sie hat dann selbst eingestanden, dass ihr Körper da nicht mehr mitmacht und sie sich nicht mehr kaputt machen will. Somit haben wir im gegenseitigen Einverständnis beschlossen, das Sponsorenverhältnis aufzugeben. Seit-dem habe ich von Anna nichts mehr gehört. Ich hoffe, dass ich sie bald wieder auf dem Board sehen kann und sie das Skaten nicht komplett aufgegeben hat.

Auf jeden Fall war sie eine der wenigen Girls Skater, die richtig mutig waren. Es gibt zwar nicht viele Aufnahmen aus ihrer früheren Zeit, aber jeder der sie damals skaten gesehen hat, weiß, dass die meisten Girls Skater heutzutage nicht ansatzweise da dran kommen. Bis auf Sabrina Gögel „Puse“ habe ich bis heute noch kein Mädchen so skaten sehen. Ich bin stolz, sie im Team gehabt zu haben, und auf die Zeit, die man zusammen erlebt hat. Anna hat einen Großteil zum Bekanntheitsgrad von Morphium beigetragen.

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